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Hochschulluft für die Lateiner

Prof. em. Niklas Holzberg ließ die Oberstufenschüler in die hohe Kunst der Interpretation hineinschnuppern

IMG 2201-1„einfach genial“ – „mitreißend“ – „obercool“ – „spannend“ – „faszinierend“: Selten lassen sich Schüler zu solchen Superlativen hinreißen, wenn sie ihren Eindruck von schulischen Veranstaltungen beschreiben sollen. Aber Prof. Dr. Niklas Holzberg, einer der bekanntesten deutschen und internationalen Altphilologen, erhielt diese Lorbeeren für seinen Gastvortrag am Montag, 5. März 2018 am GMI über die römischen Satiriker Horaz und Petron.

Der emeritierte Professor, der in seinem „Un“-Ruhestand voller Termine gelegentlich ausgewählte Schulen besucht, öffnete zunächst den Schülern die Augen für die Doppeldeutigkeit und Tiefe der sog. „Schwätzer-Satire“ und brachte mehrmals die jungen Erwachsenen zum Schmunzeln – keine leichte Aufgabe, wenn man zu der sprachlichen Distanz auch den zeitlichen Graben und die soziokulturellen Hürden des Witzes überbrücken muss.

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Mit der Überschrift „bene esse und gut Essen“ blitzte bereits zu Beginn des zweiten Teils die morbide, wenn nicht gar letale Konnotation der berühmten Episode „Das Gastmahl des Trimalchio“ aus Petrons Roman „Satyricon“ auf. Wie eine römische Villa zum Sarkophag und ein Skelett zum Symbol armer, verhungerter Menschlein werden kann, solche Kniffe gelingen – zumal in gerade mal 45 min – nur einer Koryphäe wie Prof. Holzberg. Mit seiner brillanten Eloquenz und seiner humorvollen Vortragsart begeisterte er Schüler und Lehrer, die eine einzigartige und mitreißende Lateinstunde der besonderen Art erleben durften – unterhaltsam und schülernah.

 

Die Lateinkurse der Oberstufe bedanken sich für diese spannende und kurzweilige Reise in die satirische Welt der Römer, die zu einem echten intellektuellen Genuss wurde.

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