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Ein "Staatsfeind" erzählt

DDR-Zeitzeuge fesselt die 10. Klassen des GMI

IMG 0634Zum wiederholten Male durfte sich das Gymnasium Markt Indersdorf am 11. Januar 2017 über einen Besuch von Herrn Dr. Wolfang Welsch als Zeitzeuge zur Geschichte der DDR freuen. Nach der Begrüßung durch unseren Schulleiter Herrn Höhenleitner und einer kurzen Information über die Hanns Seidel Stiftung, die diese Veranstaltung ermöglichte, durch Frau Inge Niedermeier begann Herr Welsch mit seinem Vortrag und konnte die anwesenden Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen schnell und über mehr als zwei Stunden für das Thema begeistern.

Dazu trugen bestimmt auch der Einsatz von Bildern und Filmen sowie die freundliche und humorvolle Art des Referenten bei, aber vor allem der faszinierende Inhalt fesselte die Zuhörer. Die von ihm dargestellte Lebensgeschichte erinnerte zum Teil an einen Agentenfilm, ist aber durch die Aktenberge, die das Ministerium für Staatssicherheit – kurz Stasi – über ihn anlegte, verbrieft, wie Herr Dr. Welsch betonte. Besonders im Gedächtnis blieb dabei, dass er als DDR-Bürger u. a. wegen eines gescheiterten Fluchtversuchs in die Fänge der Stasi geriet, langjährig im Gefängnis saß und nach dem Freikauf durch die Bundesrepublik selbst ein sehr aktiver Fluchthelfer wurde. In der Folge stufte ihn das MfS als einen Staatsfeind mit hohem Gefährdungspotenzial ein und setzte im Rahmen einer größeren Operation gegen ihn sogar einen sogenannten Inoffiziellen Mitarbeiter (IM) in seinem engsten Freundeskreis ein. Dieser spionierten sein ahnungsloses Opfer nicht nur im Auftrag der Stasi aus, sondern war auch an Mordversuchen gegen ihn beteiligt. Insgesamt wurde drei Attentate auf Welsch verübt, die dieser nur durch Zufall und mit Glück überlebte.

Ganz Politikwissenschaftler, verstand es der Referent in seinem Vortrag, seine persönlichen Erlebnisse mit der Vermittlung von historischen und politischem Wissen zu verbinden. Und so verging die Zeit wie im Fluge und die vielen anschließenden Fragen der Schülerinnen und Schüler zeigten, wie sehr unser Gast das Interesse der Anwesenden hatte entfachen können.

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